Lipödem

Bei einem Lipödem handelt es sich um eine Fettverteilungsstörung die ausschließlich Frauen betrifft. Die Patientinnen leiden an symmetrischen Fettpolstern an den Oberschenkel, dem Gesäß- und Hüftbereich, an der Innenseite der Kniegelenke und den Unterschenkel, selten auch an den Armen. Auffällig ist dabei, dass die Füße und Hände von der Fettvermehrung ausgespart sind, sodass das Fettgewebe kragenartig über die Gelenke steht. Das Lipödem ist immer chronisch progredient, das bedeutet das es unbehandelt fortschreitet. Typischerweise sind die betroffenen Extremitäten bei leichtem Druck schmerzhaft und es besteht eine Neigung zu Blutergüssen schon bei leichtem Anstoßen. Diese unproportionalen Fettpolster sind durch Diäten und Sport nicht reduzierbar, viel mehr verstärkt sich das Missverhältnis zwischen Körperstamm und Extremitäten durch eine Gewichtsabnahme.
Leider wird diese Erkrankung, auch von vielen Ärzten, nicht erkannt.
Das Lipödem tritt immer symmetrisch auf. Die häufigsten Symptome sind:

  • Schweregefühl in den Beinen / Armen
  • Druckschmerzen / Berührungsempflichkeit
  • angeschwollene Beine bei längerem stehen und sitzen
  • Orangenhaut und Cellulite
  • Verhärtungen (Knoten) im Unterhautgewebe mit Berührungsschmerz
  • Neigung zu blauen Flecken (Hämatomen) selbst bei geringen Stößen
  • kalte Haut

Die Erkrankung läuft chronisch fortschreitend ab. Man unterscheidet folgende Stadien:

  • Stadium 1: feinknotige Hautoberfläche, umgangssprachlich Orangenhaut mit deutlicher symmetrischer Fettvermehrung meist an den Hüften und Oberschenkeln, Schweregefühl der Beine
  • Stadium 2: grobknotige Hautoberfläche mit größeren Dellen, medizinisch auch „Matratzenphänomen“ mit zunehmender Schmerzhaftigkeit
  • Stadium 3 : große, deformierende Hautlappen und –wülste die die Beweglichkeit einschränken können

Die Ursache der Erkrankung ist wohl genetisch. Sie beginnt meist während oder kurz nach der Pubertät, manchmal auch erst nach einer Schwangerschaft oder im Klimakterium (Wechseljahre).
Eine medikamentös Behandlung gegen das Lipödems ist nicht bekannt auch wenn hormonelle Faktoren einen Einfluss auf die Entstehung haben.
Behandelt wird das Lipödem in der Regel zunächst mit einer komplexen physikalischen Entstauungstherapie (KPE). Diese besteht aus

  1. Manuelle Lymphdrainage
  2. Dauerhafte Kompression (Kompressionsstrumpfhosen Klasse II) und Bewegung (Krankengymnastik)
  3. Regelmäßige Nachkontrollen

Nach Ausschöpfen aller konservativen Therapieoptionen kann eine Fettabsaugung (Liposuktion) in einer speziellen Technik den Patientinnen helfen. Fast immer sind mehrere Sitzungen (Operationen) notwendig. Wir können Ihnen aufgrund unserer langjährigen Erfahrung, in Zusammenarbeit mit den Kollegen der Angiologie, sämtliche Therapieverfahren anbieten.

Bei der Beantragung, einer ggf. möglichen Kostenübernahme durch die Krankenkasse für eine Fettabsaugung, unterstützen wir Sie.